Plötzlich im Rollstuhl. Was jetzt?
Ein Unfall, ein Schlaganfall, eine Erkrankung – und das Leben teilt sich in ein Davor und ein Danach. Ich kenne diesen Moment seit 1984. Hier ist, was ich damals gern gewusst hätte.
Die ersten Wochen: Sie müssen nicht alles auf einmal verstehen
In der Klinik und in der Reha prasseln Begriffe auf Sie ein: Läsionshöhe, komplett oder inkomplett, Spastik, Blasenmanagement, Hilfsmittelversorgung. Das ist viel – und es ist völlig in Ordnung, wenn Sie das nicht sofort einordnen können. Das medizinische Team kümmert sich um die Medizin. Ich möchte Ihnen etwas anderes geben: die Gewissheit, dass ein gutes, selbstbestimmtes Leben im Rollstuhl möglich ist. Nicht als Floskel, sondern als Erfahrung aus über 40 Jahren.
Was Betroffene im Raum Cottbus, in Potsdam, im Spreewald oder in der Lausitz oft als Erstes fragen: Werde ich wieder selbstständig sein? Kann ich arbeiten? Kann ich reisen? Meine ehrliche Antwort: In den allermeisten Fällen ja – anders als vorher, aber oft erfüllter, als man es sich am Anfang vorstellen kann.
Was jetzt wirklich zählt
Haut, Blase, Darm
Die unsichtbaren Themen entscheiden über Lebensqualität. Druckstellen vermeiden, ein verlässliches Blasen- und Darmmanagement finden – das lernt man, und es wird Routine.
Der erste eigene Rollstuhl
Nicht der Klinik-Leihstuhl entscheidet, sondern ein individuell angepasster Rollstuhl. Sitzbreite, Rückenhöhe, Schwerpunkt: Hier lohnt sich Sorgfalt – ich erkläre, worauf es ankommt.
Anträge nicht aufschieben
Schwerbehindertenausweis, Pflegegrad, Hilfsmittel: Vieles dauert Wochen. Früh beginnen entlastet später. Was ich dazu aus der Praxis weiß, finden Sie hier.
Fragen, die (fast) alle haben
„Wie lange dauert es, bis ich mich zurechtfinde?“ Ehrlich: Monate. Das erste Jahr ist ein Lernjahr. Danach wird vieles selbstverständlich.
„Muss ich meine Wohnung sofort umbauen?“ Nein. Erst einmal reicht oft eine Rampe und ein Duschrollstuhl. Den großen Umbau plant man mit Ruhe – und mit Zuschüssen (siehe Barrierefreies Wohnen).
„Kann ich wieder Auto fahren?“ Sehr wahrscheinlich ja, mit Handbediengerät. Mehr unter Reisen & Mobilität.
„Wer hilft mir mit dem Papierkram?“ Sozialdienst der Klinik, Pflegestützpunkte, EUTB – und ich, wenn Sie einfach jemanden brauchen, der es schon einmal durchgemacht hat.
Wichtig zu wissen
Ich teile Erfahrungen – keine ärztlichen, therapeutischen oder rechtlichen Empfehlungen. Bei medizinischen Fragen sprechen Sie bitte mit Ihrem Behandlungsteam, bei rechtlichen Fragen mit einer Beratungsstelle, dem VdK oder dem SoVD.
Sie sind nicht allein. Schreiben Sie mir.
Kostenfrei, persönlich und ohne Verkaufsabsicht. Ich antworte in der Regel innerhalb von 1–2 Tagen – aus Cottbus für ganz Brandenburg und darüber hinaus.
Hinweis: Erfahrungsaustausch – keine medizinische, therapeutische oder rechtliche Beratung. Details im Haftungsausschluss.